Staatliche Abschlüsse

Eine staatliche Hauptschulabschlussprüfung wird in unserer Schule nicht abgelegt. In Einzelfällen wird Schülern der 9. oder 10. Klasse geraten, einen Hauptschulabschluss zu beantragen. Dafür werden beim staatlichen Schulamt in Rastatt Arbeiten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch eingereicht. Außerdem fertigt jeder Schüler eine Projektarbeit an und präsentiert diese. Im Anschluss daran findet eine interne mündliche Prüfung über das Projekt statt. Das Jahresnotenzeugnis wird beim staatlichen Schulamt eingereicht. Dieses bestätigt dann die Gleichwertigkeit des eingereichten Jahresnotenzeugnisses mit dem Hauptschulabschluss.
Die Realschulabschlussprüfung wird in der 12. Klasse durchgeführt. Die Prüfung orientiert sich an der aktuellen staatlichen Prüfungsordnung für Waldorfschulen.

Deutsch, Mathematik und Englisch sind die schriftlichen Prüfungsfächer, in denen sich der Schüler auf Wunsch auch mündlich prüfen lassen kann. Dazu kommt die Fächerübergreifende Kompetenzprüfung, bei der es sich um eine mündliche Prüfung handelt, die in Schülergruppen abgelegt wird (in der Regel drei bis fünf Schüler). Inhalt ist ein von den Schülern selbst gewähltes Jahresthema, welches sich auf einen Fächerverbund bezieht (z. B. Migration könnte ein Fächerverbund von Ethik und Geographie sein).

Der Prüfungsstoff richtet sich im Schriftlichen nach dem Lehrplan der staatlichen Realschulen. In der mündlichen Prüfung können auch waldorfeigene Unterrichtsinhalte geprüft werden, sofern sie dem Niveau der staatlichen Abschlussklassen der Realschule entsprechen. Geprüft wird von den unterrichtenden Lehrern unserer Schule unter dem Vorsitz von Lehrern einer staatlichen Realschule.
Waldorfschulen haben eine eigene Prüfungsordnung, nach der der Abiturient seine Reifeprüfungsnoten ausschließlich in der 13. Klasse erwirbt. Grundlage hierzu ist die aktuelle staatliche Prüfungsordung für Waldorfschulen.

Jeder Schüler wird in 8 Fächern geprüft, davon in 4 schriftlich und in 4 mündlich, in letzterem in 2 Fächern ”tatsächlich”. Zwei mündliche Fächer gelten als ”Hospitationsfächer”: der Leistungsstand der Klasse kann vom Regierungspräsidium überprüft werden, die Notengebung erfolgt alleine durch den Fachlehrer.
Die Details zur schriftlichen und mündlichen Abiturprüfung:
Die schriftliche Prüfung:
Die Prüfungsklausuren finden in ganz Baden-Württemberg zentral statt. Jeder Schüler muss in den 3 Kernkompetenzfächern Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache schriftlich geprüft werden. Außerdem wird in einem weiteren Fach ebenfalls schriftlich geprüft. In der Regel wird das bei uns das Fach Geschichte sein. Die vier schriftlichen Fächer werden 11-fach gewichtet. Um das Abitur zu bestehen, darf der Schüler in keinem Fach eine ungenügende Leistung aufweisen und muss mindestens auf insgesamt 220 Punkte kommen. Erreicht er diese nicht, kann er sich einer zusätzlichen mündlichen Prüfung unterziehen, um sein Ergebnis möglicherweise zu verbessern.

Die mündliche Prüfung:
Die vier mündlichen Fächer lassen sich in zwei Hospitationsfächer und in zwei Fächer unterteilen, in denen jeder Schüler tatsächlich mündlich geprüft wird, was jeweils eine 20-minütige Einzelprüfung bedeutet (wahlweise eine davon als Präsentation).

Bei den tatsächlich mündlich geprüften Fächern ist eines die zweite Fremdsprache des Schülers (in der Regel Russisch), das andere Fach ist Biologie.

Die Hospitationsfächer unserer Schule sind Musik und Bildende Kunst und werden ausschließlich durch unsere Fachlehrer bewertet. In diesen Fächern finden Hospitationen durch Vertreter des Regierungspräsidiums statt.

Die mündlichen Fächer zählen vierfach, im mündlichen Bereich müssen mindestens 80 Punkte erreicht werden. Inhalte aus dem Waldorflehrplan können in die mündlichen Prüfungen einbezogen werden, wenn sie dem Niveau staatlicher Lehrinhalte entsprechen.

Mit der bestandenen Prüfung haben Waldorfschüler dieselben Möglichkeiten wie Absolventen anderer gymnasialer Schulen. Sie erwerben die allgemeine Hochschulreife.